Taste the Rainbow

Kleine Warnung vorab: Wer nicht so auf Lebensmittelfarbe in seinem Essen steht, sollte diesen Beitrag besser nicht lesen. Ich selbst hab damit kein Problem und deshalb endlich die Rainbow Cake gebacken, die ich schon so lange machen wollte. Fast hätte ich sie schon mal zum Geburtstag eines Freundes gemacht - wäre da nicht der Einwand meines eigenen Freundes gewesen, dass das eventuell etwas „schwul“ rüber käme. (Weder er noch ich haben irgendwas gegen Homosexuelle, um politisch korrekt zu bleiben). Also gab es die Rainbow Cake dann einfach an meinem Geburtstag. Da konnte ja schlecht jemand was dagegen haben 😉 

An und für sich ist der Kuchen auch ganz simpel: Ein einfacher Biskuitboden mit Frischkäse-Schoko-Mantel und vielen vielen bunten Smarties. Insgesamt braucht ihr dazu:

Biskuit:

5 Eier
1. Pck. Vanillezucker
200g Zucker
150 g Mehl
Lebensmittelfarben (grün, blau, rot, gelb)

Creme:

200g Schokolade (weiß)
150g Frischkäse (Natur, ohne Kräuter)
evtl. Puderzucker zum Süßen

Füllung:

Nutella
Brombeer- & Aprikosenmarmelade

Deko:

1-2 Packungen Smarties 
ca. 100g bunte Streusel

 

(Halb-)Tagesbeschäftigung: Backen

Für eine Torte im Regenbogen-Look muss man zum Glück nichts am Vortag zubereiten. Trotzdem solltet ihr genug Zeit einplanen, da man jeden Boden einzeln backen muss. Bevor ihr aber anfangt Dinge wild zusammen zu schütten, wiegt einmal das Gewicht eurer Rührschüssel ohne Inhalt. Das macht es später einfacher. Und Ofen vorheizen nicht vergessen, 200° Ober-/Unterhitze.

Für den Biskuitteig verrührt ihr zunächst Eier, Zucker und Butter. Schlagt die Masse ordentlich auf, mindestens 10 Minuten lang! Hier zeigt sich mal wieder die Gültigkeit von Einsteins Relativitätstheorie: Wenn man nichts weiter zu tun hat, als 10 Minuten ein Rührgerät festzuhalten, kann einem das ziemlich lang vorkommen. Wer zu den glücklichen Besitzern einer Küchenmaschine zählt, ist davon natürlich ausgenommen. Anschließend hebt ihr per Hand bzw. mit dem Schneebesen das Mehl unter und das wars auch schon. Fast.

 

Etwas Mathematik

Teilt den Teig in so viele gleiche Portionen, wie ihr Böden machen wollt. Ich hab dazu noch einmal die Schüssel gewogen, diesmal mit dem kompletten fertigen Teig darin. Das Gewicht der leeren Schüssel kann man nun einfach davon abziehen und das Ergebnis durch die Anzahl der gewünschten Böden teilen. Bei mir waren es vier Stück und ein Viertel, also ein Boden, entsprach ca. 130g. Die habe ich dann in eine zweite kleinere Schüssel gefüllt. Stellt diese dazu einfach auf die Küchenwaage und gebt soviel Teig hinein, bis die Waage ungefähr das anzeigt, was ihr vorher ausgerechnet habt.

Diesen Teil könnt ihr nun einfärben. Mit welcher Farbe ihr anfangt ist total egal, denn man muss ohnehin erst alle Böden backen bevor es weiter geht. Je nachdem wie viel Teig ihr in welche Form füllt, braucht der Biskuit ca. 10-15, bei viel Teig vielleicht auch 20-25 Minuten. Ich habe wieder zur Springform gegriffen (Ø 20cm) und die Böden jeweils knapp 15 Minuten im Ofen gehabt. Vorher den Boden der Form mit Backpapier auslegen und den Rand etwas einfetten.

Es kann passieren, dass der Teig beim Backen vermeintlich seine Farbe verliert. Ich war ganz schockiert als ich in den Ofen gesehen habe und der Teig nicht mehr giftgrün, sondern eher gewohnt bräunlich aussah. Das ist aber nur oberflächlich der Fall. Ihr werdet später sehen, dass der Boden innen drin immer noch schön bunt ist. Während der eine Boden backt, könnt ihr schon mal die nächste Portion eures Teigs in die kleine, (grob) gesäuberte Schüssel geben und mit einer der anderen Farben einfärben.

Nach dem Backen nehmt ihr die Form aus dem Ofen und löst den fertigen Biskuit vom Rand (Vorsicht heiß!). Mit dem Backpapier könnt ihr ihn ganz einfach vom Boden der Form heben, die ggf. kurz etwas sauber machen und den nächsten, anders gefärbten Boden darin backen.

 

Weiße Schokolade und Frischkäse

Wenn der letzte Boden im Ofen ist, könnt ihr schon mal die Creme vorbereiten. Dazu brecht ihr die weiße Schokolade in kleine Stücke und erwärmt sie vorsichtig in der Mikrowelle oder im Wasserbad bis sie schmilzt. Gebt den Frischkäse dazu und verrührt beides miteinander. Auf anderen Seiten hab ich gelesen, dass die Masse manchmal stockt, bei mir ist aber nichts dergleichen passiert. Und selbst wenn, soll man einfach solange weiterrühren, bis man wieder eine homogene Creme hat. Wer will, kann die Creme auch noch mit etwas Puderzucker süßen. Ich hab auf die zusätzlichen Kalorien verzichtet (jaja, macht hier wahrscheinlich auch keinen Unterschied mehr 😉 ) und die Creme so gelassen wie sie ist. Der Frischkäse kommt im Geschmack auch nicht so stark raus, wie man vielleicht fürchtet. Stellt die Creme in der Zwischenzeit in den Kühlschrank, damit sie etwas fester wird.

Sind alle Böden fertig gebacken und abgekühlt, löst ihr sie einfach vom Backpapier und legt sie in beliebiger Reihenfolge aufeinander. Ich hab mich gemäß dem Namen am Farbspektrum eines Regenbogens orientiert und daher blau, grün, gelb, rot als Reihenfolge gewählt. Zwischen den blauen und grünen Boden habe ich vorher noch Nutella, zwischen grün und gelb Aprikosen- und zwischen gelb und rot Brombeermarmelade gestrichen. Natürlich könnt ihr auch zwischen alle Böden die gleiche Marmelade oder nur Nutella machen, ich wollte es aber ein bisschen abwechslungsreicher 😉

Mit der Creme streicht ihr dann den Kuchen runterherum ein, am besten mithilfe eines Teigschabers. Wie immer gilt: Je gleichmäßiger die Creme, desto geometrischer die Form des Kuchens. 

 

Das Auge isst mit

Damit euer Kuchen nicht nur von innen, sondern auch von außen ein optisches Highlight ist, sind jetzt die Smarties an der Reihe. Ich habe ein einzelnes in die Mitte gesetzt und mich dann von innen nach außen vorgearbeitet, indem ich mit den bunten Schokodrops immer größere Kreise um das mittig platzierte gelegt habe. Setzt die Smarties dabei immer in den Zwischenraum zweier anderer aus dem kleineren Kreis zuvor. Das wirkt vielleicht etwas autistisch und auch mein Freund hat mir verwundert zugesehen, wie ich in penibler Kleinarbeit die Smarties auf dem Kuchen verteilt habe. Aber so könnt ihr später mit dem Messer gerade Linien ziehen und müsst nicht die Smarties durchschneiden, wodruch der Kuchen wahrscheinlich etwas zerknautscht würde. Und etwas Meditatives hat das Ganze auch 😉

Die Creme am äußeren Rand hab ich unter bunten Streuseln verschwinden lassen. Dazu diese einfach in die gewölbte Hand nehmen und vorsichtig andrücken. Auch eventuell vorhandene weiße Stellen auf der Oberfläche könnt ihr noch mit den Streuseln füllen.

Und das wars auch schon. Der beste Moment kommt sicherlich beim Anschneiden, wenn man das erste Mal das Innere der Torte sieht. Wegen der Frischkäse-Creme würde ich euch raten, den Kuchen kalt zu stellen, wenn man ihn nicht gerade isst. An meinem Geburtstag waren jedenfalls alle begeistert, optisch wie auch geschmacklich 🙂

PS: Die einzelnen Böden waren ziemlich dünn. Das nächste Mal würde ich wahrscheinlich die doppelte Menge Teig machen, damit jeder Boden etwas dicker wird und die Torte an Höhe gewinnt. Eventuell muss man dann auch über eine andere Füllung nachdenken, damit das Ganze nicht zu trocken wird.

Senf dazugeben

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