Süß, salzig und vegan

Puh, die erste Woche ist geschafft. Peta hat mich netterweise in einer Mail daran erinnert und mir vorgeschlagen, diesen Teil-Erfolg doch in einem veganen Restaurant in meiner Nähe zu feiern. Davon gibt es tatsächlich mehr als gedacht, besonders in größeren Städten hat man Glück.

Auch sonst gab es jeden Tag eine Mail von Peta mit mehr oder weniger hilfreichen Tipps, Lesestoff, einem Ernährungswochenplan und Portraits irgendwelcher Veganer. Die ersten Mails kamen für mich etwas spät: Kühlschrank ausräumen, einkaufen gehen - das hatte ich ja schon gemacht. Und mich nach grammgenauen Vorgaben zu ernähren ist auch nicht so mein Ding. Learning by doing ist da schon eher mein Motto. In der zweiten Mail stand aber ein wirklich wichtiger Hinweis: Lebensmittel, die Spuren von Milch, Ei oder anderen Tierprodukten enthalten können, darf man auch als Veganer noch essen! Welch eine Erleichterung 😉 Da ist auch das Einkaufen gleich wieder etwas einfacher. 

Und ja, auch sonst wird es einfacher. Nicht einfach, aber einfacher. Sogar das erste vegane Grillen habe ich gut und gesättigt hinter mich gebracht. Geräucherter Tofu, Gemüse und Kartoffeln ließen keine Sehnsüchte nach Fleisch oder anderem aufkommen. Etwas Süßes gab es natürlich auch – was wäre denn ein Essen ohne Nachtisch?! Genauer gesagt ein veganes Dessert aus Kokosmilch, Gries und Beeren und ein paar Muffins – selbstverständlich ebenfalls vegan. Da war es auch nicht so schlimm, dass die Schwiegermama Käsekuchen und andere Leckereien aufgetischt hatte.

 

Rezepte

Kokos-Himbeer-Dessert

½ Liter Kokosmilch
62g Grieß (Weichweizen)
40 g Rohrzucker
10g Vanillezucker
175g Beeren, TK
1 kleine Prise Salz
1 Bio Zitrone (Schale)
Minz- oder Melissenblätter
evtl. Kokosraspel

Apfel-/Beerenmuffins

60g Rohrzucker
200g Dinkelmehl
½ Pck. Backpulver
1 Pck. Vanillezucker
100ml Pflanzen-Öl (z.B. Sonnenblumenöl)
80ml Kokosmilch 
75g Beeren, TK
½ Apfel
2 EL Karamellsirup
50g Zartbitterschokolade (vegan)

Kokosmilch zusammen mit Zucker, Vanillezucker und Salz in einem Topf erwärmen. Zitrone gründlich waschen, die Schale abreiben und in die Kokosmilch geben. Wenn die Kokosmilch kocht, langsam den Gries beimischen und dabei ständig rühren. Schaltet die Temperatur herunter und lasst den Gries etwas quellen, ca. 5 Minuten. Aber nicht mit dem Rühren aufhören, sonst klumpt´s. Danach etwas abkühlen lassen. 

Wenn der "Kokosbrei" nur noch lauwarm ist, die gefrorenen Beeren untermengen, in eine Schüssel oder einzelne Dessert-Gläser abfüllen und ab in den Kühlschrank. Vor dem Servieren noch mit Minz- oder Melissenblättern dekorieren und ein paar Kokosflocken darüber streuen.

Die trockenen Zutaten vermischen, Öl und Kokosmilch einrühren. Den Apfel bzw. dessen Hälfte in kleine Stücke schneiden und mit Karamellsirup beträufeln. Die Beeren ebenfalls.

Ofen auf 175° O-/U-Hitze vorheizen. Eine Muffinform mit Papierförmchen bestücken und in jede 1-2 EL Teig geben. Dann Apfel und Beeren darauf (ich habe Hälfte/Hälfte gemacht, man kann die Füllung aber auch mischen) und wieder einen Klacks Teig darüber. Der war bei mir übrigens nicht wirklich "teigig", sondern hatte eher die Konsistenz eines Mürbteigs oder von Streuseln. Die Muffins können jetzt in den Ofen. In der Zwischenzeit die Schokolade klein hacken. Die Stückchen nach 15-20 Minuten auf die fast fertigen Muffins geben und noch mal kurz im (abgestellten) Ofen lassen. Spätestens nach 5 Minuten herausnehmen. Schmecken auch lauwarm vorzüglich.

Aber was, wenn´s mal schnell gehen muss?

Probleme bereiten immer noch die „Heißhungerattacken“. Wenn ich beispielsweise spät nach Hause komme und mich der Hunger plagt, muss ich - zumindest als Veganer-Neuling - recht lange überlegen was ich nun essen kann und worauf ich dann auch noch Lust habe. Zwei Anforderungen, die sich bei mir leider nicht immer überschneiden. Gesünder ist veganes Essen auch nicht immer: Wo Subway und Döner wegfallen, bleiben Pommes mit Ketchup... Schade eigentlich.

Viele Freunde und Bekannte weisen mich außerdem vermehrt auf die Bedeutung von Vitamin B12 hin, das "normal" essende Menschen vor allem über tierische Produkte zu sich nehmen. Da ich den veganen Lebens- bzw. Essensstil aber erst mal nur vorübergehend teste, mache ich mir deshalb nicht so viele Gedanken. Ob es aber auf Dauer gut ist, bestimmte Lebensmittelgruppen komplett zu meiden und sich deren Nährstoffe dafür in Tablettenform zuzuführen, halte ich für fragwürdig. 

Aber natürlich gibt es auch positive Aspekte: Noch nie habe ich mich so damit beschäftigt, was ich esse. Ja, das Einkaufen dauert länger, wenn man alle Inhaltsstoffe prüfen muss, aber man kauft auch bewusster. Und ertappt sich schon bald dabei, wie man den Einkauf anderer von 5 Tüten Milch und 4 Bechern Sahne kritisch beäugt.

 

PS: Kann es sein, dass veganes Essen weniger satt macht? Oder ist das Einbildung?

3 Comment

  1. Mir fallen mal wieder die Augen aus bei deinen Food Bildern!
    Ich glaube, Grillen wäre für mich wider Erwarten auch das kleinste Problem beim Vegetarismus/Veganismus. Ich könnte mich dabei locker von Beilagen und Gemüse ernähren, weil alles vom Grill so lecker schmeckt!

  2. Um B12 musst du dir wirklich noch keine Gedanken machen. Die körpereigenen Reserven können bis zu 5 Jahre reichen. Wenn alles Ideal ist natürlich. Da es ja aber nur ein Experiment ist, besteht so gut wie keine Gefahr eines Mangels.

    Und ich würde behaupten, dass die geringere Sättigung tatsächlich Einbildung ist. Auf jeden Fall habe ich das nicht bemerkt, als ich mich vegan ernährt habe. Aber der Kopf spielt ja immer eine große Rolle bei sowas 😉

    Liebe Grüße
    Alexandra

    1. Lea says: Antworten

      Hallo Alex,

      Sorge hatte ich um mein Vitamin B12 Level bei so einer kurzen Zeit nicht wirklich, trotzdem danke für die Info 🙂 Dass der Körper es so lange speichern kann, hätte ich nicht gedacht.
      Inzwischen habe ich mich ziemlich gut an das Veganer-Dasein gewöhnt, koche mehr mit anderen Lebensmitteln und fühle mich auch nicht mehr so hungrig 🙂

      LG Lea

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