Meine ersten Macarons!

Zugegeben, der anfänglich große Hype um Macarons liegt schon etwas zurück. Aber es gibt manche "Trends" gegen die ich mich anfangs verwehre - einfach um nicht das zu machen, was alle gerade tun. Irgendwann platzt der Knoten dann meist doch - wäre ja auch todlangweilig, wenn man nie etwas Neues ausprobiert - und so kam es erst jetzt zu meinen ersten Macarons.

Am Anfang war ich skeptisch, denn eigentlich "pansche" ich lieber wild zusammen, was mir gerade in den Sinn kommt statt Zutaten aufs Gramm genau abzuwiegen. Und Eischnee-Produkte wie Baiser befinden sich generell eher im unteren Abschnitt meiner Lieblingsgebäck-Liste. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich NOCH NIE Macarons gegessen habe. Ziemlich spannend also, sie das erste Mal zu machen und auch zu essen.

Problematisch daran ist natürlich die Beurteilung des Ergebnisses. Zum Glück waren Freunde und Kollegen bereit, das für mich zu übernehmen. Ihr Urteil: Durchaus schmackhaft 😉 Orientiert habe ich mich an einem Rezept von Chefkoch, das für ca. 25 Macarons folgende Mengenangaben vorsieht:

Macarons:

110g Mandeln (gemahlen)
200g Puderzucker
90g Eiweiß
25g Zucker
1 Prise Salz

Füllung 1:

100g Sahne
10g Puderzucker
Kardamom (1Kapsel)

Füllung 2:

25g Sahne
50g weiße Schokolade
½ Tonka Bohne
Back- und Speisefarbe, rot (Dr. Oetker)

An und für sich ist die Herstellung von Macarons nicht sonderlich schwer, man muss nur sehr genau arbeiten! Deshalb zunächst Puderzucker und Mandeln in einer Schüssel vermengen und mindestens 3 Mal sieben. Nur wenn beides ganz fein ist, bekommen die Macarons eine schöne, glatte Oberfläche. Die gröberen Stücke am Ende eines jeden Durchgangs aussortieren. Bei mir kamen so knapp 20g "Ausschuss" zusammen.

Da von den 310g Puderzucker-Mandel-Gemisch nach dem Sieben nur noch 294g über waren, habe ich auch das Eiweiß minimal reduziert, auf 84g statt 90g. Das Eiweiß mit einer Prise Salz ganz steif schlagen und währenddessen den Zucker einrieseln lassen. Statt normalem Zucker habe ich selbstgemachten Vanillezucker genommen. Dazu einfach eine ausgeschabte Vanilleschote in ein Glas mit Zuker stecken. Mit der Zeit nimmt dieser das Vanillearoma auf. Dann das Puderzucker-Mandel-Gemisch vorsichtig mit einem Teigschaber unterheben, sodass eine glänzende und zähflüssige Masse entsteht.

Den Teig in einen Spritzbeutel mit großer Lochtülle füllen und kleine Kreise davon auf ein mit Backpapier belegtes Backblech spritzen - meiner Meinung nach der schwierigste Teil! Hierbei gleichmäßige, runde Kreise hinzukriegen, ist sicherlich Übungssache. Der Teig reichte bei mir für 2 Backbleche.

Das Backblech dann kurz auf den Tisch schlagen, damit eingeschlossene Luftbläschen entweichen können und es beim Backen keine Risse gibt. Die Macarons vor dem Backen unbedingt antrocknen lassen, eine knappe Stunde sollte man schon warten. Dadurch entstehen später die "Füßchen", die man von perfekten Macarons erwartet. Die Backbleche dann bei 140°C Umluft (entspricht 160°C O-/U-Hitze) ca. 15 Minuten backen. Wenn man so wie ich keine Umluft hat, sollte man die Bleche nach der Hälfte der Zeit tauschen. Wenn sich die Macarons fest anfühlen und leicht braun sind, könnt ihr sie herausnehmen und abkühlen lassen.

 

Die Füllung

Ich habe 2 Füllungen für die Macarons gemacht: Eine Sahne-Füllung mit Kardamom und eine mit weißer Schokolade und Tonkabohne. Für erstere einfach die Sahne steif schlagen, etwas Puderzucker beimischen und eine zermahlene Kardamomkapsel hinzugeben. Eine Kapsel mag sich nicht viel anhören, ist aber sehr aromatisch! Die Sahne in einen Spritzbeutel geben, auf eine Macaron-Hälfte spritzen und dann eine zweite als Deckel darauf setzen.

Für die rosa Ganache die Sahne erhitzen, weiße Schokolade in kleinen Stückchen hinzugeben und verrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Ich habe die Masse dann mit roter Speise- und Backfarbe eingefärbt (ca. 1EL), man kann aber natürlich auch jede andere Farbe nehmen. Für das gewisse Extra sorgt eine halbe Tonkabohne. Die Bohne ist sehr hart, deshalb reibt sie am besten mit einer Muskatnussreibe hinein und rührt noch mal ordentlich um. Die Mischung dann abkühlen und fest werden lassen.

Zum Auftragen müsst ihr die Ganache mit einem Rührgerät kurz aufschlagen und genau wie die Sahnefülung mit einem Spritzbeutel auf die Macaron-Hälften geben.

Und fertig sind sie, die süßen kleinen Macarons. Aufbewahren solltet ihr sie in einem luftdicht verschlossenen Behälter und an einem kühlen, aber trockenen Ort (wegen der Sahne). Meiner Meinung nach schmecken sie am zweiten Tag noch besser als ganz frisch, dann sind sie weniger "crunchy", sondern etwas "durchgeweicht". Bon appétit!

PS: Glaubt bitte nicht, dass alles fehlerfrei geklappt hätte. Für´s erste Mal ist es zwar wirklich gut gelaufen, aber dennoch ist bei knapp der Hälfte der Macarons die Oberfläche gerissen, da ich die Bleche wohl zu spät getauscht habe. Also nicht verzweifeln, wenn nicht gleich beim ersten Versuch alle wunderschön aussehen. Übung macht bekanntlich den Meister 😉

2 Comment

  1. Oh wie lecker!! Ich wünschte ich hätte das Talent zum backen! Ich bin mir zu 1000% sicher, dass ich das Rezept versauen würde 😀 Ich speicher es mir trotzdem ab, falls ich die Küchenhilfe spielen kann und jemand es backen möchte haha

  2. Lea says: Antworten

    Hey Genya,
    freut mich dass dir das Rezept gefällt 🙂 Ganz einfach sind die Macarons wirklich nicht, aber ich glaube an den Bäcker in jedem von uns 😀 Hoffentlich findest du jemanden, dem du assistieren kannst.
    LG und einen schönen Abend, Lea

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