La dolce Vita und gutes Olivenöl

Puh, was für eine Orgie! Ich rede natürlich vom Kochen 😉 Der letzte Samstag war das, was man wohl als „italienischen Abend“ bezeichnen könnte, wobei die Vorbereitungen schon nachmittags begonnen. Anlass war nicht etwa eine Geburtstagsfeier oder ein Jahrestag (der war schon Ende März), sondern meine erste Kooperation: Mission Olivenöl hat mir freundlicherweise eine Flasche ihres spanischen Öls zugeschickt, um es zu testen und darüber zu berichten. Ursprünglich wollte ich damit einfach ein leckeres Pesto machen, aber dann sind wohl die Pferde (gibt es ein typisch italienisches Tier? Dann ersetzt die Pferde damit ;)) mit mir durchgebrannt. Es gab Ciabatta, Pasta und Pesto – alles selbstgemacht. Und sehr sehr lecker.

Bevor ich euch die Rezepte verrate, möchte ich euch meinen Eindruck des Olivenöls schildern: Intensiv trifft es glaube ich ganz gut und zwar in vielerlei Hinsicht. Das Öl kommt in einer durchsichtigen Plastikflasche und hat eine intensive Grünfärbung (die auf den Bildern eher gelblich durchkommt). Auch der Geruch ist stark, aber sehr angenehm und "olivig". Und der Geschmack? Ziemlich gut würde ich sagen! Es schmeckt definitiv besser als so manche Supermarkt-Variante, nur im Abgang ist es etwas bitter. Da das Öl auf der eigenen Website aber auch so beschrieben wird, würde ich das nicht unbedingt als negativ werten. Zumal es sich noch um ein sehr junges Öl handelt, das erst 2015/16 geerntet wurde. Denn oft nimmt der bittere Geschmack mit der Zeit ab. Die vielen Angaben zu Nährwert und Herstellung finde ich dort übrigens spitze! Insgesamt ein sehr gutes Öl aus Spanien, und das obwohl ich bei vielen Dingen eher zu italienischer Herkunft neige.

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Genug gefachsimpelt, ran an den Kochlöffel. Hier sind die Rezepte für ein durch und durch selbstgemachtes Italian Menu. Pesto und Oliven-Aufstrich entspringen meinem Kopf, bei Ciabatta und Pasta habe ich mich an bestehenden Rezepten orientiert. Alle Mengenangaben beziehen sich auf ein romantisches Essen, sind also für 2 (hungrige) Personen:

Walnuss-Ciabatta:

250g Weizenmehl
10g Hefe
40g Walnüsse
1EL Olivenöl
1 TL Salz
140ml Wasser

Oliven-Aufstrich:

150g Oliven schwarz
30g getr. Tomaten
1EL Öl
ein paar Kapern 

Pasta:

125g Weizenmehl
125g Gries (Hartweizen)
1 Ei
etwas Wasser (ca. 50ml)

4 Tomaten
Parmesan

Pesto:

1 Bund Basilikum
½ Bund Petersilie
3-4 EL Olivenöl
Saft einer halben Zitrone
3 EL Schmand
Salz & Pfeffer

Man muss erst Brot backen, um es zu brechen

Walnüsse im Ciabatta sind vielleicht nicht typisch italienisch, aber sie machen aus dem einfachen Weizenbrot etwas ganz tolles. Theoretisch ist es schnell gemacht, allerdings benötigt die Hefe etwas Zeit. Fangt also frühzeitig mit den Vorbereitungen an und rechnet mit 3-4 Stunden in der Küche.

Rührt für den Brotteig die Hefe mit lauwarmen Wasser an und hackt die Walnüsse in mehr oder weniger kleine Stücke. Mit einem elektrischen Minihacker geht das ruck zuck und ganz ohne Sauerei. Gebt das Mehl in eine Schüssel und alle anderen Zutaten hinzu. Dann einfach mit sauberen Händen verkneten. Der Teig ist anfangs recht klebrig, das gibt sich aber schnell. Damit wäre der erste Schritt vollbracht und ihr könnt eure Oberarme die nächsten 2 Stunden ausruhen, während die Hefe im Teig arbeitet. Legt dazu ein Tuch über die Schüssel oder deckt den Teig anderweitig ab.

 

Was kommt drauf?

Falls ihr dachtet, ihr habt die nächsten 2 Stunden rein gar nichts zu tun, muss ich euch leider enttäuschen. Nutzt die Zeit besser, um andere Dinge vorzubereiten, wie beispielsweise den Oliven-"Aufstrich". Dazu einfach alle Zutaten in den Minihacker geben - wer es schlauer macht als ich, kauft direkt entsteinte Oliven und spart sich einen fisseligen Arbeitsschritt - und zerkleinern (lassen). Wer keinen elektrischen Minihacker zuhause hat, kann die Zutaten auch ganz einfach mit einem Messer in kleine Stücke schneiden und anschließend mit Öl verrühren. Das macht natürlich etwas mehr Arbeit, aber Zeit habt ihr ja genug und das Ergebnis ist das selbe. Wer es wirklich cremig haben will, greift besser zum Pürierstab.

 

Das Pesto

Ist genauso schnell gemacht wie die Olivencreme. Basilikum und Petersilie abzupfen, waschen und mit Öl und Zitronensaft in einem hohen Behälter pürieren. Danach Schmand hinzugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, verrühren und bis zum Verzehr in den Kühlschrank stellen.

Nudeln machen statt kaufen

Während sich das Brot weiter ausruhen darf, könnt ihr euch an den Nudelteig machen. Natürlich könnt ihr auch einfach Nudeln kaufen (hier würde ich Tagliatelle empfehlen). Da ich zu Ostern eine Nudelmaschine bekommen hab - danke Schatz - kam das für mich nicht in Frage. Schließlich wollte ich das Teil ausprobieren und ja, ich zähle tatsächlich zu den Frauen, die sich über Küchengeräte freuen 😀

Da wir nicht mehr genug Hartweizengries im Haus hatten, habe ich die fehlende Menge einfach mit Weichweizengries ersetzt. Der Teig lies sich super verarbeiten, aber die Nudeln waren tatsächlich etwas „weich“. Unerfahren wie ich als Pastamacherin bin, kann ich nicht genau sagen, ob der beigemischte Weichweizengries daran Schuld war, aber die Vermutung liegt natürlich nahe. Wer ausreichend harten Gries daheim hat, sollte wahrscheinlich auch dabei bleiben.

Gebt Mehl, Gries und das Ei in eine Rührschüssel, schnappt euch ein Rührgerät mit Knethakenaufsatz und macht daraus „Streusel“ (ähnlich wie bei einem Streuselkuchen). Dann kommt portionsweise Wasser hinzu (immer nur ein kleiner Schuss), bis Mehl und Gries komplett verklumpt und nicht mehr trocken sind. Danach könnt ihr die Streusel per Hand zu einer Teigkugel formen und diese in Frischhaltefolie gewickelt mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen. Je nachdem wie schnell ihr bis hierher gearbeitet habt, könnt ihr jetzt tatsächlich mal ein kürzer- oder längeres Päuschen einlegen 😉

 

Back to Bread

Nach 2 Stunden sollte euer Ciabatta-Teig schön aufgegangen sein. Bestäubt ihn gut mit Mehl und knetet nochmals kräftig. Mit den Händen könnt ihr den Teig dann in die typisch längliche Ciabatta-Form „ziehen“. Legt den geformten Laib schon mal auf ein mit Backpapier belegtes Backblech. Dann heißt es leider noch einmal warten, aber diesmal nur 30 Minuten. In dieser Zeit solltet ihr den Teig mit einem leicht feuchtem Tuch abdecken. Und nach 20 Minuten schon mal den Ofen auf 200° O-/U-Hitze vorheizen.

Wenn aus Teig Nudeln werden

Wenn der Nudelteig ausreichend Zeit im Kühlen verbracht hat, könnt ihr euch an die Nudelmaschine wagen. Viertelt den Teig und verarbeitet die Teile nacheinander. Dazu immer ein Viertel bei weitester Walzenstellung 5-6 Mal durch die Maschine geben, dabei immer wieder mit Mehl bestäuben und in der Mitte zusammen falten. Dann könnt ihr die Walzen bei jedem Durchgang enger stellen, bis die gewünschte Teigdicke erreicht ist. Den Teig dabei nicht mehr falten. (So ist zumindest das Vorgehen bei meiner Nudelmaschine, lest euch evtl. vorher die Gebrauchsanweisung eures Modells durch. Ich habe auch schon mal Pasta mit dem Nudelholz ausgerollt, das Ergebnis mit der Maschine war aber deutlich dünner und besser.)

Je nachdem wie geübt man ist und wie viel Zeit bereits vergangen ist , kann nun das Ciabatta in den Ofen. Das braucht ca. 20 Minuten, dann ist es fertig. Bepinselt die Oberfläche hin und wieder mit ein bisschen Wasser.

Zurück zum Nudelteig. Wenn er die gewünschte Dicke hat, gebt ihn durch die Schneidewalzen. Damit die Nudeln das Pesto später besser aufnehmen, habe ich mich für den breiteren Aufsatz entschieden und somit eher Tagliatelle statt Spaghetti erhalten. Legt die rohen, geschnittenen Nudeln gut verteilt auf Küchenpapier und achtet darauf, dass sie nicht zusammen kleben (also nicht übereinander legen).

Kurz bevor ihr damit fertig seid, in einem großen Topf ausreichend Wasser zum Kochen bringen und salzen. Dann alle Nudeln gleichzeitig hineingeben und ca. 3 Minuten fertig garen. Achtet auf die Zeit, denn selbstgemachte Nudeln sind wirklich schnell fertig.

Ihr könnt parallel auch bereits die Tomaten vierteln (oder habt es schon vorher getan) und in einer Pfanne mit Olivenöl anschwenken. Wenn die Nudeln fertig sind, das Wasser abgießen und kurz mit in die Pfanne geben.

Nach gefühlten 1000 Arbeitsschritten und jeder Menge Zeit ist es jetzt endlich soweit, es kann serviert werden. Nudeln mit Tomaten aus der Pfanne in tiefe Teller füllen, Pesto darüber geben und mit Parmesan und Basilikum garnieren. Das Brot aus dem Ofen aufschneiden und mit dem Olivenaufstrich servieren. Buon appetito!

PS: Ich werde in Zukunft öfter auch „normale“ Rezepte posten, die nichts mit Backen zu tun haben, aber natürlich vegetarisch sind. Ich hoffe ihr freut euch darüber genauso wie ich und findet darin vielleicht eine kleine Inspirationsquelle, wenn es mal wieder heißt „Scheiße, was koche ich heute“ 😉

 

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Für das Schreiben dieses Artikels habe ich eine Gegenleistung erhalten. Trotzdem ist meine Meinung nicht käuflich und daher immer ehrlich.

5 Comment

  1. Ich liebe italenische Küche ja total, somit machst du mir richtig Hunger. Dass du selbst das Ciabatta selbst gemacht hast, finde ich super. Wir kaufen das ehrlich gesagt alles immer, aber ich bin ehrlich gesagt auch nicht die begabeteste in der Küche. Aber vielleicht probiere ich das später mal in der eigenen irgendwann mal aus. Sieht aufjedenfall alles richtig lecker aus und da hätte ich auch gerne mitgegessen.

    1. Lea says: Antworten

      Danke dir! Wenn der Beitrag Hunger macht, hab ich ja alles richtig gemacht 😉 Ich habe bisher auch immer Nudeln und Brot gekauft und werde das wahrscheinlich auch weiterhin tun, da man ja nicht immer so viel Zeit (und Lust) hat. Nur Pesto mag ich gekauft nicht so gerne, da schmeckt man den Unterschied zu selbstgemachtem einfach deutlich.
      LG Lea

  2. Das sieht so lecker aus und deine Fotos sind mal wieder der Kracher <3

  3. Ich bin ein großer Fan der italienischen Küche. Da kann ich mich einfach nicht dran satt essen… egal, ob es sich um Nudeln in irgendeiner Form oder Pizza oder Bruschetta oder was auch immer handelt. Bei dem Essen wäre ich gerne dabei gewesen!

    1. Lea says: Antworten

      Hallo Christine,
      Freut mich, dass es dir gefällt! Das nächste Mal sollte ich wohl vorher einen Blogpost schreiben und fragen wie viele kommen möchten 😉 In der italienischen Küche findet man wirklich immer etwas, egal wann wie wo oder zu welchem Anlass 🙂
      LG Lea

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