Gesund genießen?

Ernähre ich mich gesund? Eine Frage, mit der man sich angesichts immer neuer Studien zu angeblichem Superfood oder mutmaßlichen Krebserregern wie Transfetten in Margarine oder rotem Fleisch im Allgemeinen immer häufiger beschäftigt.

Und gerade, wenn man etwas an seiner Ernährung ändert, stellt man sich die Frage, ob man nun gesünder lebt als vorher oder ob dem Körper vielleicht sogar etwas fehlt. Mein vegetarisches Jahr hat nichts damit zu tun, dass ich mich gesünder ernähren wollte - das habe ich meiner Meinung nach auch vorher schon getan - dennoch finde ich das Thema super spannend und möchte gern die 5 Fragen beantworten, die Kalliopi Kaßelmann auf dem Gothaer-Blog unter dem Hashtag #issgesund gestellt hat. Im Gegensatz zu ihr beschäftige ich mich nicht beruflich mit den Aspekten gesunder Ernährung und vertrete daher meine ganz persönliche Meinung zu dem Thema. Das waren ihre Fragen:

 

Was gehört für dich zur gesunden Ernährung?

Kurz: Alles. Na gut, es gibt sicher Lebensmittel, die nicht wirklich gesund sind, aber meist sind sie erst dann wirklich ungesund, wenn man sie in rauen Mengen isst, wie zum Beispiel Süßes oder Frittiertes. Doch für mich kann grundsätzlich vieles zu einer gesunden Ernährung gehören. Nicht nur Gemüse und Obst, auch Kohlenhydrate und Fett gehören dazu. Auf das richtige Verhältnis kommt es an!

Gerade als Vegetarier stellt man sich – oder stellen andere einem – die Frage, ob es durch den Verzicht auf Fisch und Fleisch nicht an irgendwelchen Nährstoffen mangelt. Das denke ich nicht. Egal ob man sich nun fleischlos, vegan oder „ganz normal“ ernährt, für mich machen vor allem Abwechslung und Vielfalt eine gesunde Ernährung aus. So bekommt man auch die unterschiedlichen Nährstoffe, die der Körper braucht. Und wenn dabei genügend frisches Gemüse auf den Tisch kommt, ist bei mir auch mal die Tiefkühlpizza erlaubt.

 

Passen Genuss und gesunde Ernährung für dich zusammen?

Definitiv! Erstens: Warum sollte gesundes Essen nicht genießbar oder gar purer Genuss sein? Das ist doch Quatsch. Wenn nicht, hat der Koch hat irgendwas falsch gemacht. Besonders, wenn man unter gesunder Ernährung nicht nur Äpfel und Rohkost versteht, gehen Genuss und gesundes Essen für mich Hand in Hand.

Und zweitens: Auch ein Stück Schokolade oder Kuchen gehören für mich dazu. Die sind vielleicht nicht per se gesund (so ein bio Karottenkuchen vielleicht doch? 😉 ), aber in Maßen richten sie jetzt auch keinen großen Schaden an. Hier gehen die Meinungen wahrscheinlich auseinander, aber wenn mein Körper nach Schokolade schreit, quäle zumindest ich ihn nicht mit Grünkohlsmoothies. Zu einem gesunden Lebensstil gehört irgendwie auch mehr als die bloße Wahl der richtigen Lebensmittel. (Ich denke da an sowas wie Sport, allerdings bin ich selbst nicht der größte Fan davon 😉 Dafür lege ich die meisten Wege zu Fuß zurück anstatt 3 Stationen mit dem Bus zu fahren).

 

„Am Wochenende mit einer Schachtel Pralinen auf der Couch - ist das gesund? Wohl eher nicht. Aber heißt sich gesund ernähren immer auch Verzicht? Für mich nicht!“

 

Wie schaffst du es im (hektischen) Alltag, dich gesund zu ernähren?

Selbst kochen! Ich koche eigentlich jeden Tag. Und ja, auch ich gehe Arbeiten, komme abends heim und hab oft nicht mehr allzu große Lust, mich stundenlang hinter den Herd zu stellen. Besonders, wenn man alleine isst, fehlt auch mir meist der Elan, groß aufzutischen. Aber es gibt so viele Möglichkeiten, sich in 20-30 Minuten ein leckeres und gesundes Essen zuzubereiten. Mir persönlich macht kochen (und backen) aber auch einfach großen Spaß und hat teilweise etwas Entspannendes.

Um dennoch Zeit zu sparen, koche ich meist abends nach der Arbeit und mache einfach etwas mehr, das ich mir am nächsten Tag mitnehmen kann. Das ist nicht nur gesünder als sich in der Mittagspause abwechselnd (veggi) Döner und Asia-Nudelbox zu holen, sondern schont auch den Geldbeutel. Es muss ja auch nicht immer etwas Warmes sein. Einmal am Tag lege ich zwar schon Wert auf ein „anständiges“ warmes Essen, aber auch belegte Brote oder ein Salat können super lecker sein und satt machen. Bei dem Gedanken an frischen Salat mit Tomaten, Avocado und Sonneblumenkernen läuft mir jetzt schon das Wasser im Mund zusammen... Das sieht aber auch ganz gut aus, findet ihr nicht? 😉

 

Nutzt du spezielle Zubereitungsmethoden, welche kannst du empfehlen?

Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich versuche, nicht allzu oft Dinge zu essen, die man in der Pfanne mit viel Fett rausbraten oder frittieren muss. Ansonsten bin ich auch ein Fan von One-Pot Gerichten und schmeiße mein Gemüse gern einfach mit in den Topf, in dem Nudeln oder Reis kochen. Gerade beim Reis bleiben viele Nährstoffe erhalten, wenn man ihn mit weniger Wasser kocht und es komplett verdampfen lässt statt es abzuschütten.

 

Welchen Ernährungstipp oder welches Rezept zu gesunder Ernährung aus deinem Blog kannst du uns empfehlen?

Mein Tipp: Macht euch nicht verrückt. Esst worauf ihr Lust habt und hört auf euer Bauchgefühl. Meine Mom – Gruß an dieser Stelle 😉 – hat mich neulich auf einen tollen Artikel aufmerksam gemacht (erschienen in der Dm-Zeitschrift "Alverde" vom Februar). Der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop schreibt darin unter anderem, dass viele Studien, die ein Lebensmittel verteufeln und ein anderes in den höchsten Tönen preisen, wissenschaftlich betrachtet nicht besonders verlässlich sind und im besten Fall Hypothesen aufstellen. Den kompletten Artikel könnt ihr bei Interesse hier lesen. 

Außerdem würde ich raten, immer wieder mal was Neues auszuprobieren. Denn beim Blick über den Tellerrand des Bekannten hinaus entdeckt man oft nicht nur neue Rezepte, sondern merkt, dass einem Sachen schmecken, die man vorher vielleicht gemieden hätte. Getreu dem Motto "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht". Zumindest war das bei mir lange Zeit so. Heute probiere ich gerne exotische Lebensmittel, die ich vorher noch nie gegessen habe. Und da ist sicher auch mal was gesundes dabei 😉

 

Mein Fazit: Schmecken muss es! 

Denn gesunde Ernährung, mit der ich mich nicht wohl fühle und wo der Genuss zu kurz kommt, ist für mich keine Option. Es muss mir einfach schmecken! Und auch wenn ich darauf achte, nicht nebenbei eine Packung Chips zu verdrücken, ist essen für mich einfach viel mehr als reine Energiezufuhr oder Kalorien zählen.

PS: Während ich diesen Beitrag schreibe, wird mir mal wieder bewusst, dass ich ein kleiner Food-Addict bin. Ich liebe es einkaufen zu gehen und mir beim Schlendern durch die Regale bereits vorzustellen, was die nächsten Tage auf den Tisch kommt. Geht´s euch auch so? 

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