Fehlgriff

"Ach du schei**", war das erste, was ich gedacht habe. Eigentlich wollte ich euch heute von einem super bio Möhrenkuchen berichten, aber mir ist etwas dazwischen gekommen. Die Party einer Freundin und ein Verstoß gegen meine eigenen Regeln, um genau zu sein.

"Das kann jetzt nicht sein", der zweite. Aber einen Schritt zurück. Am Wochenende waren wir auf der Geburtstagsfeier einer Freundin eingeladen. Ausnahmsweise habe ich dafür mal nicht gebacken, da sie selbst was zu Essen vorbereitet hatte. Darunter auch einen Brot-/Flammkuchenaufstrich, der mir zum Verhängnis werden sollte.

Auf der Feier gab es alles, um sich schnell eine Pizza oder einen Flammkuchen zu machen. Irgendwann meldete sich auch bei mir der Mitternachtshunger. Etwas warmes wollte ich eigentlich gar nicht, aber so ein kleines Brot mit dem leckeren Aufstrich, warum nicht? Der war eigentlich für die Flammkuchen gedacht, aber man konnte ihn ja genauso gut so essen. Da die Gastgeberin sich immer super gesund und meistens vegetarisch ernährt, kam ich gar nicht auf den Gedanken, dass in dem Aufstrich auch Fleisch sein könnte. Auch optisch war nichts zu erkennen, es hat mehr ausgesehen wie ein Quark mit Gurken und Lauch. Und geschmeckt habe ich in dem Moment auch nichts, als ich ihn genüsslich auf einer Scheibe Brot verzehrt hab.

Erst später kam ich auf den Gedanken, vielleicht doch nochmal nachzufragen und mich abzusichern. Und mir ist die Kinnlade runtergefallen, als die Gastgeberin auf meine Frage, ob da auch Fleisch drin war, mit "Ja" geantwortet hat. "Speck. Aber vom Bio-Metzger". Doch da war es für mich schon zu spät - egal ob bio oder nicht - ich hatte meinen guten Vorsatz gebrochen. Wenn auch nicht vorsätzlich.

Trotzdem habe ich noch am nächsten Tag darüber nachgedacht. Wenn ich mir etwas vornehme und es ernst meine, halte ich mich für gewöhnlich auch daran. Ich war irgendwie von mir selbst ein bisschen enttäuscht - was auf verquere Weise auch ein gutes Zeichen ist. Dafür, dass es mich so sehr beschäftigt und mir nicht egal ist.

Vielleicht hatte ich auch Glück und in dem bisschen Aufstrich, das ich auf meinem halben Brot hatte, war gar kein Fleisch. Trotzdem, das ungute Gefühl bleibt.

Und wie solls jetzt weiter  gehen? So wie zuvor, fleischlos. 

Als ich eben im Radio gehört habe, dass 2/3 der Menschheit zumindest manchmal an Wassermangel leidet, wurde mir wieder klar, dass ich nicht nur aufgrund der Tiere auf Fleisch verzichten will, sondern zugunsten unserer Umwelt. Denn um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren, werden im weltweiten Durchschnitt über 15.000 Liter Wasser benötigt. Um Mais und Soja zu kultivieren, das die Rinder fressen und natürlich für die Tiere selbst. 

Was ich daraus gelernt habe: Immer zu (hinter-)fragen, ob sich in einem Gericht nicht doch irgendwo Fleisch versteckt. Zumindest und auf jeden Fall in diesem Jahr. Damit so ein "Fehlgriff" nicht noch mal passiert. Ich hoffe, auch ihr geht nicht zu hart mit mir ins Gericht und schaut weiterhin vorbei. 

PS: Das Rezept für den Karottenkuchen gibt es dann nächste Woche. Es lohnt sich also dranzubleiben 😉 

Senf dazugeben

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