Aller Anfang ist schwer

Es ist Sonntag, der erste Mai. Und der erste Tag meines veganen Monats. Gestern Abend habe ich bei REWE noch schnell ein paar Sachen eingekauft, um heute nicht verhungern zu müssen. Besonders voll ist mein Kühlschrank trotzdem nicht und die Gerichte, die ich daraus machen könnte, kommen mir etwas armselig vor.

Das schwierigste am Einkaufen: Ich muss alles umdrehen, jedes Produkt auf seine Inhaltsstoffe prüfen um mich zu versichern, dass nicht doch irgendwie Milch oder Ei enthalten ist. Der Einkauf dauert da schon mal doppelt so lange. Und was macht man mit den Produkten, die Spuren von Milch oder Ei enthalten KÖNNEN? Sind die auch tabu?

Mit der Zeit weiß man sicherlich was geht und was nicht, aber jetzt zu Beginn tue ich mir wirklich schwer. Und da ist mir eventuell auch schon der erste Fehler unterlaufen: Eine Kürbiskernbreze. Ich wusste nicht, ob in dem Teig Milch enthalten ist (nein, ist sie nicht), bei Butter war die Wahrscheinlichkeit schon größer. Aber ich hatte Huuuuuunger. Und auf einem Volksfest wie dem Stuttgarter Wasen ist es wirklich nicht leicht, irgendetwas zu finden, das nicht ganz offensichtlich tierische Produkte beinhaltet. An den Wurstbuden kann man ja ganz einfach vorbei schlendern, aber wurden die Mandeln z. B. mit Honig gebrannt? Oder ist da nur Zucker dran? Sind alle Maiskolben in Butter getränkt? Ich weiß es einfach nicht. Und fragen wollte ich auch nicht jedes Mal. Deshalb dann also die Breze, das erschien mir das kleinste Übel zu sein.

 

Der Gemütszustand

An meinem ersten veganen Tag bin ich offen gesagt etwas genervt, und zwar von den massiven Einschränkungen. Fast alles, an dem ich vorbei komme, ist nun für mich tabu. Damit sich das bald ändert, habe ich mich direkt bei Petas´ veganstart.de angemeldet und hoffe, nun ein paar Rezepte, Ideen und Infos mit an die Hand zu bekommen, die mir den Einstieg etwas erleichtern.

Was mir dabei sofort auffällt: Die Art und Weise wie Peta spricht, ihre Fingerzeig-Methode. Denn Leuten - vor allem solchen, die sich ohnehin schon vegetarisch ernähren - Bilder von blutüberströmten Kälbern zu zeigen und anzuprangern, dass vegetarische Ernährung einfach nicht ausreichend bzw. moralisch (fast) genauso abzulehnen ist wie eine Fleischbasierte, finde ich persönlich ziemlich anmaßend und den falschen Weg Menschen dazu zu bringen, über ihre Ernährung nachzudenken. Aber gut, warten wir mal ab, was da sonst noch so kommt, vielleicht ist das Programm an und für sich ja ganz gut. Und ich weiß hoffentlich auch bald was ich in den Einkaufskorb packen kann und was nicht. Aber jetzt esse ich erst mal trockenen Reis mit Süß-Sauer-Sauce (die gaaaaanz viel Zucker und evtl. Spuren von Milch enthält). Ob vegan wirklich so gesund ist?

 

PS: Zu der Sahnetorte, auf die ich mich in meinem letzten Beitrag so gefreut hatte, bin ich vor Beginn des veganen Monats leider nicht mehr gekommen. Dafür gabs am Samstag dank schönem Wetter noch eine Eisschokolade - mit ganz viel Sahne 😉 

 

Senf dazugeben

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