30 days of vegan

Ist etwas erst mal geschafft, kommt es einem rückblickend meist gar nicht mehr so schwer vor. So geht es mir auch mit meinem veganen Monat. Die letzten 30 Tage habe ich noch mehr Artikel über (vegane) Ernährung gelesen als sonst, darüber ob Milch nun gut oder schlecht ist - ich bin mittlerweile der Auffassung, dass ein Erwachsener keine Kälbernahrung braucht - ob Veganer irgendwelche Zusatzpräparate zu sich nehmen sollten und warum viele Omnivore (=Allesesser) so genervt auf sie reagieren. Natürlich habe ich auch viele neue Rezepte entdeckt und meine ersten veganen Pfannkuchen gemacht. Die waren genauso gut wie sonst, nur eben ohne Ei.

 

Wie geht es jetzt weiter, bleibe ich vegan?

Jein. Ganz werde ich in Zukunft wohl nicht auf tierische Produkte verzichten - nehmt es mir nicht übel. Weitermachen bzw. essen wie zuvor werde ich aber auch nicht. Gerade in Sachen Kuhmilch möchte ich meinen Konsum auf ein Minimum reduzieren. Und dank der vielen Alternativen, die es dazu mittlerweile gibt, sollte sich das auch leicht umsetzen lassen. Hafer- und Mandelmilch mag ich besonders gern. Und statt Frischkäse gibt es eben öfter mal Hummus. Das sind Dinge, die ich problemlos in meinen Alltag integrieren kann.

 

Eine Frage des Geldes?

Nein. Dennoch ist Mandelmilch mit 2,99€ etwa 7 Mal teurer als aktuell Kuhmilch (Hafermilch schlägt mit 1,99€ zu Buche). Aber wenn man sich mal vor Augen hält, wie billig wir in Deutschland unsere Lebensmittel beziehen, liegt vielleicht genau darin das Problem. Wir sind es einfach gewohnt, billig - oder sagen wir günstig - zu kaufen. In den meisten Ländern ist der Einkauf im Supermarkt wesentlich teurer als hier. Warum Kuhmilch bei uns aber nur mit 7%, pflanzliche Alternativen hingegen mit 19% besteuert werden, bleibt mir ein Rätsel. Es scheint fast so, als wolle man keine neuen Wege beschreiten, die ganz offensichtlich dazu beitragen können, den Welthunger zu lindern und unsere Umwelt zu schonen. Aber klar, geht ja auch ums Geld und nicht um Umwelt, Mensch und Tier. Money first sozusagen. Ich finde das traurig! Wenn man sich dann noch eine Folge extra3 oder heute-show ansieht, verliert man schnell den Glauben an die Menschheit.

 

Was tun gegen den Ärger?

Backen! Mein Freund meinte neulich, ich sollte auch mal eigene Rezepte kreieren statt immer nur nachzubacken. Ganz falsch liegt er damit nicht, deshalb habe ich am Wochenende ein bisschen improvisiert und meinen Ärger in etwas Süßes verwandelt: Vegane Rhabarber-Brownies. Für ein großes Blech (ca. 25x35cm) braucht ihr:

Für die Brownies:

500g Dinkelmehl
3TL Backpulver
60g Kakao
1TL Zimt

 

250ml Wasser
185g Rohrzucker
150ml Öl
80g Apflemus

Den Rhabarber:

600g Rhabarber
1 Vanilleschote
50g Rohrzucker
100ml Holundersirup

Glasur:

130g Rohrzucker
60g Margarine (vegan)
4EL Hafermilch
30g Kakao

 

Beginnt am besten mit dem Rhabarber. Diesen einfach schälen und in kleine Stücke schneiden. In einer Schüssel könnt ihr die Stücke mit Sirup, Vanille und Zucker vermischen und darin ziehen lassen, während ihr den Teig zubereitet.

 

Brownieboden

Vermengt Mehl und Backpulver in einer großen Schüssel. Kakao und Zimt in einem Topf mit Wasser auflösen und zum Kochen bringen. Diese „Schokosauce“ schüttet ihr dann zum Mehl und fügt die restlichen Zutaten hinzu. Mit dem Handmixer alles zu einem glatten (etwas zähen) Teig verarbeiten und in eine gefettete Form geben. Auf dem Schokoboden die zuckergetränkten Rhabarberstücke verteilen und für ca. 25 Minuten im vorgeheizten Ofen (180°) backen.

 

Für Chocoholics

Wem das noch nicht genug Schokolade ist, der kann den Brownies noch ein schokoladiges Topping verpassen. Gebt einfach alle Zutaten für die Glasur in einen Topf und bringt sie zum schmelzen. Kurz aufkochen und dann etwas abkühlen lassen. Ihr könnt diese Schokosauce dann nach Belieben über das ganze Brownie-Blech geben oder nur auf die angerichteten Teller. Wirklich fest wird die Glasur aber nicht, auch nicht im Kühlschrank! Vielmehr saugen sich die Brownies damit voll 🙂

PS: Auch wenn ich jetzt nicht mehr streng vegan esse, dürft ihr euch weiterhin auf das ein oder andere vegane Rezept freuen 🙂

1 Comment

  1. Ich persönlich finde es ja gar nicht so wichtig, wie du dich jetzt ernährst, sondern, dass du es überhaupt ausprobiert hast. Du bist offen an die Sache rangegangen und hast nicht von Anfang an auf Stur geschaltet. Wie es die meisten leider bei dem Thema tun.

    Ich bin nach meinen 30 Tagen vegan zu dem selben Schluss gekommen wie du: Gar nicht so schlimm, aber nichts für immer. Mein Milchverzehr war danach auch anders als vorher. Und weniger Fleisch allgemein gibt es auch. 😉

    Liebe Grüße
    Alexandra

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